Liebe Leser,

oft lese ich in Diskussionsforen, wie toll doch alles in der kostenlosen Welt des Internets alles ist und Leute fragen, warum soll ich dafür zahlen?

Es ist sicherlich nicht immer einfach zu beantworten, doch nach einem Bericht auf der ZDNet bin ich doch etwas hellhörig geworden.
Wusstest Du, das Google eigentlich alles von Dir liest, speichert und sogar nach dem löschen noch aufbewahrt?

Sicher nicht… oder doch?
Na klar, Du hast ja in Deinem kostenlosen GMail oder GTalk Account vor aktivieren alle Dokumente wie zum Beispiel die Datenschutzrichtlinien durchgelesen.
Zum Beispiel (frei übersetzt) Google Talk privacy:
[note]Wenn Du Google Talk nutzt, speichern wir Deine Nutzungsdaten (wann Du Google Talk nutzt), die Größe Deiner Kontaktliste und die Kontakte mit denen Du eine Verbindung hergestllt hast auf. Selbst wenn Du Deine Chatnachrichten, Deine Kontate oder Deinen GMail Account löschst, werden noch weitere Kopien aufbewahrt.[/note]

Also da fällt mir nur die berühmte Diskussion über die “Vorratsdatenspeicherung” ein…

Sicher ist das bei kostenlosen Services bis zu einem bestimmten Grad gerechtfertigt. Denn als Benutzer eines kostenlosen Dienstes gehe ich heute ja die Verpflichtung ein, mehr Werbung zu bekommen als üblich. Aber muss das inzwischen soweit gehen, das sogar die privaten eMails nach Stichwörtern durchsucht werden, damit “mich” die Werbung zielgerichtet erreicht?

Tja, selbst bei dem Chrome Browser ist das nicht besser geworden. Wenn man ein wenig sucht, findet man einige Hinweise darauf, das jeder Browser eine eindeutige ID besitzt. Somit kann also der Weg einer einzelnen Installation direkt zurück verfolgt werden. In der Regel haben Chrome User auch irgendeinen Google Account. Da nützt selbst ein “privates Surfen” oder ein Proxy nicht mehr… Denn durch die Verbindung des Accounts und der Browser ID ist jede Bewegung personenbezogen nachzuvollziehen. Und da dies ja alles im Sinne der Werbebranche ist, wird das bestimmt auch lange gespeichert.

Bei einem Dienst, für den ein monatlicher Preis bezahlt wird, und daher auch keine Werbeeinblendungen erscheinen, kann man nun davon ausgehen, das Du und ich vor diesen Datenspeicherungen verschont bleibe. Das ist in der Regel nicht immer so.

Zumindest muss ich sagen, das ich bisher jedenfalls noch keine Nachricht gelesen habe, das eMails aus den Angeboten Microsoft Exchange online oder Hosted Services von einer Firma für Werbezwecke regelmässig gescannt werden. Auch habe ich bisher nicht lesen können, das die Daten von Lync online oder Lync / OCS hosted Services für Werbezwecke gespeichert und verwertet werden.

[note]Und da beginnen eigentlich auch schon die drei Preisgruppen, die sich ebenfalls mit zwei von drei cloud Strategien vergleichen lassen:

  • Public Cloud (free) – kostenfrei – fast bis gar kein Datenschutz
  • Public Cloud (not free) – monatliche Nutzungspreise – erhöhter Datenschutz
  • Private Cloud – monatliche / jährliche Nutzungsgebühren bei einem ansässigen Outsourcer – unterliegt deutschen Gesetzen wie Datenschutz etc.

[/note]

Daher ist meine Empfehlung, gerade auch an Freiberufler und Selbständige gerichtet, “Bitte lasst unsere Daten nicht von jedem lesen und investiert 6 Euro pro Monat für ein bischen Privatsphäre Eurer Kunden”.

Ok, ich möchte das mal an einem wirklich fiktiven Beispiel mal verteufeln…
Stelle Dir vor, Du und ein Dir bisher unbekannter Handelsvertrter für erotische Artikel kommt “zufällig” über Google Talk ins Gespräch. Während des Gesprächs wird Dir die neuste Ware angeboten, man verlinkt Dich zu den tollsten Werbeseiten auf einer Google Docs Seite, zeigt Dir die tollsten Fotos auf Picasso usw. usw. usw.
Tage später sitzt Du wieder vor dem Rechner, aber diesmal mit Deinem Partner(in) und Ihr sucht beide gerade ein passendes Ziel für den nächsten Urlaub aus… Tja, der/die Partner(in) möchte aber gerne nach Thailand fliegen. Was denkst Du, wie lange braucht die Online Maschenerie, um eine Verbindung zwischen den Wörtern Thailand und Erotik herzustellen und Dir das als “Super tolle” Werbebotschaft auf allen möglichen Seiten schmackhaft zu machen? Vielleicht auch noch mit der Überschrift

“Schön das Sie wieder online sind. Wir haben seit Ihrem letzten Gespräch über Erotik folgende tolle Angebote in Ihrem Wohnort gefunden…. Gerne können Sie auch die Angebot ein Thailand nutzen, schauen Sie doch mal bei dem Vor-Ort Anbieter… rein”.

Nun, es gibt ja solche und solche Partnerschaften, aber ich denke, die Mehrheit an Partner dürften da erst einmal fragende Blicke dem gegenüber werfen…
Wie gesagt, ein wenig überspitzt dargestellt… Aber wie weit ist das von der Realität denn nun wirklich?

Gerade Nutzer von Diensten, die irgendwie auch geschäftlich genutzt werden, sollten sich Gedanken machen, was mit den eigenen Daten und der Kunden passiert. Cloud Services, die eine hybride Nutzung und Integration ermöglichen kosten Geld. Aber diese erhöhen auch die Sicherheit und den Schutz. Wie dies aussehen kann, werde ich am Beispiel in der Kombination aus Office 365 (public cloud), Hosted Services (private cloud) und lokalen Daten (on premises) in einem späteren Artikel darstellen.

Gerne darf zu diesem Artikel diskutiert werden. Ich freue mich schon darauf…

Gruss aus dem Norden
Michael

PS: Der Anreiz zu diesem Artikel stammt aus dem folgenden ZDNet Beitrag Free Google GMail; The high price you pay

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